Ausbildung und selbständiges Segeln 2009

Nächstes Jahr fuhren wir wieder auf Masuren. Diesmal haben wir (d.h. Agnieszka und Mikolaj) in einer Woche den polnischen Segelschein gemacht und im Anschluss gleich einen einwöchigen Segeltörn mit unseren Jungs gemacht. Auf demselben Schulboot, einer Sasanka 660, zu viert.

Während der Ausbildung wohnten wir mit dem Instrukteur auf dem Boot, während die Kinder mit der Oma im benachbarten Erholungsheim in Ruciane Ferien machten. Wir haben täglich mit ihnen Kontakt gehabt und von unserem „Hafen“ die Kinder oft spielen sehen. Nach der Prüfung musterte unser Instrukteur ab und die Kinder zogen zu uns. Nun, wo wollen wir hin? Von Ruciane hat man nur eine begrenzte Wahl: die südliche Rute über Nidzkie See wollten wir wegen Moterverbot nicht nehmen, so lautete für uns die Antwort „nach Norden!“ Da mussten wir zwar über Flachwasser (Schwert hochziehen!) und eine Schleuse eher wir auf Beldany rauskamen, aber es war Beides kein Problem. Erste Herausforderungen, mit der jungen Crew Mast zu legen, zu schleusen, und dann Mast zu stellen – wurden gemeistert.

Auf die Breite von Beldany rausgekommen probierten wir uns wieder in Segelmanövern, dabei verlor ich meinen Hut. In der Segelkarriere habe ich später öfter Hüte und Mützen nachkaufen müssen! Wie es scheint es gehörte dazu! Das geplante Tagesziel Wierzba erreichten wir trotzdem in sehr guten Laune. Wir kamen in einen der letzten freien Plätze gut rein. Das Manöver klappte wie im Handbuch. Ein Kommentar von Nachbarn: „man hört dass ihr eine engagierte aber junge Crew seid. Selten hören wir solche Disziplin, mit Kommando und dessen Wiederholung… das wird euch noch leider vergehen…“.

Nach der netten Übernachtung in Wierzba fuhren wir weiter gegen Norden. An der „Metropole“ Mikolajki vorbei, und im südlichen Teil von Talty verläuft die Hauptroute der Masurensegler. Jemand in Wierzba hat uns aber den Hinweis gegeben, in den nördlicheren Teil von Talty zu segeln und die Ortschaft Jora Wielka anzusteuern. Das machten wir. Es war nicht einfach, den privaten Anlegersteg des Jora-Restaurants zu finden, aber es lohnte sich. Das Restaurant ist schön, das Essen schmeckte gut, und die Inhaber haben sehr viele Reisegeschichten zu erzählen.

Danach begann unsere Rückfahrt nach Ruciane. Wir übernachteten an einem wilden Waldufer auf der See Beldany. Am nächsten Tag schafften wir die Schleuse Guzianka ohne Probleme, und das Flachwasser danach war wie ein alter Bekannte. Dann übergaben wir „unseren“ Boot dem Ausbilder und voll neuer Eindrücke mit fester Überzeugung nochmal Masuren zu besuchen kehrten wir über Warszawa zurück nach Hause.

So haben uns die Masuren verzaubert.

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