Fahrt mit Schrecken

von Mikolaj Trzeciecki am 14.08.2019 / in Allgemein

Dienstag, 13. August 2019

Früh aufgestanden, haben wir viel Zeit für die Strecke heute. Und die planen wir als relativ lang, denn wir wollen noch eine Aussicht haben, Bornholm in diesem Urlaub zu erreichen. Ja, die fast noch drei Wochen Zeit müssen uns erlauben, noch von Bornholm nach Fehmarn zurückzusegeln.

Im Hafen herrscht noch Stille als wir auslaufen. Wir wissen aber von der Prognose, dass da draussen es nicht sosein wird. Es sollen sogar 6 Bft vorder Küste Rügen herrschen – da wollen wir nicht hin, wir entscheiden uns für die nördlichere Strecke – über Schonen.

Dorthin zu segeln bedeutet aber vor dem Wind zu segeln und das wollen wir nicht – stattdessen kreuzen wir vor dem Wind. Wir machen zwei lange Schläge – zuerst direkt nach Osten – das bringt uns aber näher an die Starkwindsituation bei Rügen, wir spüren das auch – und dann nach Nordosten, direkt in die Richtung Abekaas, in der Nähe von Ystad.

Der Wind bleibt trotzdem stark und böig. Der Autopilot kommt mit den uns verfolgenden Wellen nicht zurecht und wir steuern manuell. Trotzdem schaltet jemand den Autopiloten versehentlich ein, der Rudergänger bemerkt das nicht und versucht weiter zu steuern. Als Resultat des Kräftemessens gewinnt der Mensch – etwas bricht im Autopilot. Schade, sogar ärgerlich, aber aktuell können wir nichts machen und sogar vermissen wir erstmal nichts.

Einige Zeit später kommen Schauer. Wir ziehen uns an und wechseln am Steuer. Plötzlich bemerkt der Rudergänger, dass die Windanzeige nur Blödsinn zeigt. Die Versuche, erstmal mit den Einstellungen zu spielen, bringen keine Verbesserung. Wir müssen auch ohne diese Hilfe auskommen.

Die Schauer übergehen in einen Regen. Wir schalten jetzt brav Positionslicher ein. Dabeibemerken wir, dass das achterliche, weisse Licht ausbleibt. Die Anhäufung der Havarien ist wirklich nicht nett. Ach so, es ist der dreizehnte! Aber wenigstens kein Freitag – da soll nichts mehr passieren, oder?

Jetzt kommen wir in den Tonnenstrich vor Abekaas. Wir bergen die Segeln – dabei bemerken wir, dass der Achterliek der Genua voll gerissen ist. Gut dass wir heute nur raumschotts gesegelt haben.

Im Hafen will ich nicht lange nach dem Platz suchen. Ich lege am ersten Platz an, welcher mir in den Sinn kommt – longside, direkt bei Hafeneinfahrt. Dabei verscheuchen wir einige am Molenkopf angelnde Schwedinnen. Jetzt ist das Ende des Segelns für heute, morgen müssen wir den Hafentag anlegen und versuchen, so viel wie möglich zu reparieren.

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