Wieder auf dem Wasser

von Mikolaj Trzeciecki am 13.08.2019 / in Allgemein

(12.08.2019)
Endlich wieder am Boot! Wir bereiten uns für den längsten Törn bisher – 3 Wochen Urlaub! Wir sind gespannt, wonach uns diesmal die Winde tragen.
Wir kommen am Wochendende in Rostock an – hier ist gerade Hansesail! Von unserem Platz in Gehlsdorf können wir so manche schönen Schiffe rein- und rausfahren. Auch im Verein gibt es reges Sozialleben, sodass wir am Montag nicht wirklich ausgeschlafen aufstehen. Trotzdem wollen wir natürlich los!

Die Teilnehmer von Hanse Sail 2019 segeln langsam vom Stadthafen los. Überall ertönen Abschiedshupen – 3 lange Töne und ein Kurzer. Wir geben das gleiche Signal mit unserer Tröte ab – unsere Freunde vom Verein antworten.

Der Plan ist, erstmal so weit nach norden wie möglich zu segeln, das würde uns die Möglichkeiten öffnen, entweder Kopenhagen und dann weiter nördlich, oder vielleicht endlich Bornholm zu erreichen. Für die nächsten Tage ist nämlich Westwind vorhergesagt – das bedeutet, irgendwann kommt doch auch Ostwind, mit welchem wir dann zurückkehren könnten. Also, Etappenziel für heute ist Kilntholm, wenn alles gut geht.

Als wir die Warnemünde verlassen, bekommen wir einen ordentlichen Wind von achtern. Mit diesem Wind können wir bequem das Vekehrstrennungsgebiet Kadettenrinne vermeiden. Je länger wir segeln, desto höher bilden sich die Wellen. Von achtern kommend verursachen sie wildes Schaukeln. Das Boot legt sich alle 2 Sekunden auf die eine oder andere Seite. Die Genua schlägt, denn sie wird nicht richtig durch den Wind gefüllt – bei jedem Schlag geht ein gewaltiger Ruck durch das Rigg. Gemütlich ist das nicht. Wir versuchen vor dem Wind zu kreuzen, das bedeutet aber, wir segeln gute 20 Grad abweichend von unserem gewünschten Kurs. Das erfordert auch die volle Aufmerksamkeit des Rudergängers – der Autopilot kommt nicht mit dem Wellengang zurecht.

Am frühen Nachmittag entscheiden wir deshalb, nach Hesnaes abzudrehen. Morgen werden wir eine längere Strecke zu machen haben, dafür aber Raumschotts und am halben Wind, und nicht vor dem Wind.

So führt uns der erste, 47-Meilen lange Schlag wieder nach Hesnaes. Wonach wir morgen segeln, wissen wir noch nicht.

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