Rødvig – Skåre

von Mikolaj Trzeciecki / am 09.07.2019 / in Allgemein

Montag, 03.06

Die Wettervorhersage für heute zeigt nur ein Bisschen Westwind und das nur in der Früh. In Rödvig wollen wir aber nicht bleiben, wir wollen noch etwas Neues bei diesem Törn ausprobieren. Vor der Saison haben wir eine schwedische Gastlandflagge gekauft, die wollen wir jetzt einsetzen – so nehmen wir Kurs auf Schonen.

Wir wollen die Gegend um Trelleborg wieder besuchen, das heißt entweder Gislövs Läge im Osten oder Skåre im Westen der Stadt ansteuern. Das ist in diesem Moment egal, wir müssen zuers das Verkehrstrennungsgebiet Falsterborev umsegeln. Das dauert einige Stunden, während dessen der Wind allmählich stirbt.

Dann fallen wir die mutige Entscheidung: wir laufen in Skåre ein. Gislövs Läge war vor drei Jahren schon schwierig auszumachen, Skåre ist eine Nummer schlimmer – optisch können wir das konkrete, im Hafenlotsen beschriebene Windrad nicht von anderen Windrädern unterscheiden. Näher ans Land können wir wegen Untiefen nicht kommen. Wir nehmen unsere Position aus GPS und die Position des Hafens aus der Karte und so unsportlich wissen wir, dass wir zu weit östlich sind, und ändern den Kurs entsprechend. Endlich sehen wir sogar den Tonnenstrich und bergen die Segeln. Dabei muss ich mich am Mast, trotz Nullwind, ganz dolle festhalten, denn die Welle kommt mit fast 2 Metern. Woher kommt diese Welle? Gibt es irgendwo jetzt gerade so viel Wind? Oder ist es nur um mich zu nerven?

Wir halten uns sehr vorsichtig nahe der Mitte des Tonnenstrichs bis wir im Hafenbecken sind. Dort ist es schon tiefer, dafür aber die nächste Überraschung: der Hafen ist ganz leer. Er befindet sich in Umbau, die Liegeplätze an der Aussenmole (sowie die Sanitäranlagen, wie sich später erweist) sind aber ganz funktionsfähig. Wir tatsen uns vorsichtig ran und dann stehen wir in einer Box, die wie für uns gemacht zu sein scheint. Größere Boote finden hier garantiert keinen Platz, wir freuen uns aber auf unsere Ruhe.

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