Freitag und Samstag

von Mikolaj Trzeciecki / am 22.05.2019 / in Allgemein

Herr Benjamin Blohm erscheint pünktlich, nimmt mir die Pumpe ab. Wir haben kaum mit dem Frühstück angefangen, schon ist er zurück mit der notdürftig (anders geht nicht in der ihm gegebenen Zeit) reparierten Pumpe. Diese mopntiere ich gleich an den Motor und wir segeln los.

Das Wetter ist heute weniger gnädig – es weht total gegenan. Für das Kreuzen zwischen Darßer Ort (von wo Segelboote durch die Verkehrszentrale verscheucht werden), dem Windpark und dem kabellegenden Schiff „Topaz“ gibt es echt wenig Platz. Wir motoren gegen dem Wind, um die Höhe zu schaffen, und dann segeln wir ein Bisschen dicht am Wind. Das Boot schafft gut 6 Knoten im Wasser, wegen der Strömung und des Kreuzes sind es aber kaum 3 Knoten in die gewünschte Richtung.

Erst nach dem Passieren des Darser Ortes können wir längere Schläge machen. Der Wind steigt, aber die Situation entspannt sich wenn wir nicht mehr so dicht am Wind segeln. Den gerefften Groß kann ich sogar mehr fieren als die gerollte Genua – das Boot bedankt sich mit weniger Krängung und mehr Geschwindigkeit.

Es ist aber schon Dunkel als wir Warnemünde erreichen. In unserem Zielhafen Yachtclub Warnow bei der Dunkelheit anlegen – das wollen wir nicht, der Westwind ist dort sehr ungemütlich. Wir peilen alsoi die Hohe Düne an. In der Dunkelheit ist es sehr sportlich, die Feuer an deren Einfahrt auszumachen. Wir bergen die Segel sehr früh, um die Anfahrt in der ruhe zu planen. Diese letzte Stück Motorfahrt in der Dünung ist aber eine Qual. Endlich stehen die Feuer richtig – grün zu Steuerbord – im letzten Moment sehen wir aber noch die Pfähle vor den Molenköpfen, und können denen gerade so noch ausweichen :O Dann ist aber alles leicht, wir bereiten das Boot zum Anlegen und legen in derselben Box wie vor wenigen Tagen an.

Am nächsten Tag schlafen wir erst mal aus, und dann beginnen wir das letzte Stück unserer Fahrt – die Warnow hoch. Am frühen Nachmittag kommen wir zu unserem neuen Sommerliegeplatz im Yachtclub Warnow an. Zu spät für das Ansegeln des Vereins, pünktlich aber zum Grillen. Man muss eben die Prioritäten wahrnehmen.

Agnieszka schafft auch zum Konzert in der Rostocker Nikolaikirche.

Wie war also der Törn? Mit einem Wort antworte ich „kalt“. Wir haben mit Wind und Welle gekämpft, auch wenn die Bedingungen nicht wirklich extrem waren. Auch habe ich aktuell mehr technische Probleme auf meiner Liste als beim Kranen. Aber, der Blick der Vereinsmitglieder beim Grillen „oh, ihr wart schon jetzt auf Hiddensee“ ist eine Genugtuung für die Strapazen.

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