Montag, 6. Mai 2019

von Mikolaj Trzeciecki / am 12.05.2019 / in Allgemein

Wir legen zeitig ab, der Weg ist lang vor uns.Laut Revierführer sind es über 60 Meilen nach Vitte auf Hiddensee, Rügen ist natürlich noch weiter. Starker Westwind schiebt uns aber rasch in die richtige Richtung. Zeitweise erreichen wir über 8 Knoten Geschwindigkeit. Die Windstärke ist auf diesem Kurs nicht problematisch. Zeitweise kommt sogar Sonne und wir fangen an zu glauben, dass es ein Frühlingstörn ist. Das glauben andere Segler offenbar nicht – weit und breit kein Segel zu sehen. Nur in der weiten Kadettenrinne sehen wir Frachter, ansonsten nur Wellen, die mit uns laufen.

Plötzlich sehen wir, dass es nicht nur Wellen sind. Wir sehen Flossen, es sind Delfine! Zuerst vom Weiten, dann aber immer näher kommen sie auf uns zu! Sie schwimmen unterm Kiel, oder machen Kreise nur wenige Meter von uns. Sie schauen uns zu, und üben Synchronschwimmen in zwei Dreiergruppen. Eine ganze Stunde begleiten sie uns, bis wir auf der Höhe Darßer Ort sind.

Nach dem Passieren des Darßer Ortes sehen wir eine markante Steilufer am Horizont. Das kann doch nicht unser Ziel Hiddensee sein? Ich meine, das entdeckte Land liegt zu weit nördlich? Wir sehen Rügen, behaupte ich, und Hiddensee ist zu flach, um jetzt gesehen zu werden. Nicht von ungefähr heisst es „Hidden“.

Einige Stunden später sehen wir deutlich den Turm des Leuchfeuers an der Spitze des verdächtigen Landes. Dem aussehen nach identifizieren wir es als Dornbusch im Norden der Insel Hiddensee… Gut dass es solche Landmarken gibt!

Bald runden wir die Nordspitze der Insel um und steuern den Tonnenstrich an. Dabei stellen wir uns, das erste mal heute, quer zumWind und spüren seine ganze Wucht. Auf der Ostseite der Insel verschwinden zumindest die Wellen, der Wind aber will uns aus dem Tonnenstrich wegtreiben, das wäre in diesem sonst flachem Gewässer gefährlich. Mit großer Aufmerksamkeit folgen wir dem Tonnenstrich und konsultieren ständig die Karte. Es wird dunkel und bald sehen wir die Tonnen kaum, glücklicher Weise sind wir schon in der geraden Anfahrt nach Vitte und können dessen Leitfeuer verwenden. Wir fahren aber nicht zum Stadthafen von Vitte, sondern zum Jachthafen – Langeort. Die unbefeuerten Tonnen im Abstecher des Fahrwassers dorthin können wir kaum ausmachen – nur deshalb, weil die Wasseroberfläche so ruhig ist. Bald ist es abergeschafft und wir legen an.

Nach dieser Abenteuerfahrt, vor allem der widrigen Fahrt durch den Tonnenstrich in der werdenden Dunkelheit wollen wir unser Glück nicht strapazieren und legen einfach longside – quer zu den Boxen – im fast leeren Hafen an. Der freundliche Hafenmeister, der zu dieser späten Stunde noch anwesend ist, akzeptiert dies als vorläufige Lösung.

Der Yachthafen Langeort ist relativ gut geschützt gegen Westwind. Ein gut gepflegter Privathafen, recht teuer, aber mit einer guten Infrastruktur.

1 Kommentar

  • hallo Anna Karin,
    Wir haben euren Blog verinnigt!
    Interessant und gut aufgemacht, 👏 Gratulation!
    Bis heute habe ich nicht gewusst wo die Masuren sind 😟, da haben wir wieder etwas über ein interessantes Gebiet gelernt!
    Weiterhin viel Glück auf euren Törns und mit Anna Karin … und immer eine Fingerbreite Flüssiges im Glas.
    Herzliche Grüsse und suf ein „solong“, Peter & Bea

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